Die Front ist überall – über Krieg

Wie sind Kriegsbilder, wie ist Krieg? Vor ein paar Jahren gab es dazu ein paar Bücher in deutsch-polnischer Kooperation, die außerordentlich gut sind und über den Tag hinaus wirken, wenn man sie liest.

Da in den Büchern neben Texten vor allem auch Fotos „gelesen“ und angeschaut werden können, setzt man sich selbst dabei in ein Verhältnis zur Zeit.

Dabei wird diese erschreckende Erfahrung deutlich, die die Fotos vermitteln: es passiert immer der gleiche Schrecken mit Mord und Tod der Zivilisten im Alltag. Krieg ist alltäglich, Krieg ist Tod im Alltag, Krieg ist die Abschaffung der Menschenrechte.

Um Krieg zu verhindern braucht es einen starken Frieden, den es aber nur mit starken Staaten gibt…

So ist die Welt.

Politische Kriege, soziale Kriege, direkte Gewalt, strukturelle Gewalt – alles war schon immer da.

Die Geschichte von Andreas Rostek über die langen Kerls in Preussen, die dem preussischen König zum Kampf geschenkt wurden,  erinnert an die Namenlosen ebenso wie die Fotos  von Krzystof Miller mit den namenlosen Gesichtern in fast unerträglichen Situationen in ihrem Buch Von Kriegen.

„Das Buch versucht etwas zu zeigen, das sich zwischen zwei Buchdeckeln und in der ruhigen Betrachtung schwerlich fassen lässt: Krieg. Seine Gemeinheit, seine Gewalt, seine Absurdität. Das Buch verbindet Bilder vom Krieg und Erzählungen, die sich auf die eine oder andere Weise der Gewalt und der Absurdität stellen. Fotos wie Texte nähern sich dabei einem immer gleichen Kern: Krieg ist Gewalt, und Gewalt bringt individuelles Leiden. Nur das. Schon immer. So schweifen die Erzählungen des Buches scheinbar beliebig durch die Jahrhunderte, erzählen aus Florenz, aus Konstantinopel, aus Schlesien oder dem Ruhrgebiet, und kehren immer wieder zu dem Kern zurück … Und die Bilder auf diesen Seiten hat der Warschauer Foto-Reporter Krzysztof Miller an all den Orten aufgenommen, von denen er in den letzten zwanzig Jahren berichten musste, Sarajewo wie Bagdad, Grosny wie Kabul, Kongo, Georgien. Bilder von Kriegen heute.“

Julien Bryan kam Anfang September 1939 nach Warschau und fotografierte dort die Kriegseinschläge der Deutschen und das Leid der Zivilbevölkerung. Wenn man diese Fotos sieht, die vor 80 Jahren entstanden sind, dann erschrecken sie durch ihre Aktualität. Jeder von uns hätte dort sein können.

Was diese Bücher so besonders macht, ist ihre Aktualität, weil sie die Geschichte zur Gegenwart machen.

Sie zeigen, es ist nicht vorbei sondern es passiert, wenn wir nicht durch eigene Stärke dafür sorgen, daß es nicht auch hier wieder passiert.

Krieg ist nichts Fernes, sondern war auch hier immer wieder auch früher schon. Wir erleben nur, daß es bisher weiter weg war und glauben offenkundig, wenn wir die Wehrpflicht abschaffen und wünsch dir was machen, wird alles gut.

Was für ein Trugschluß! Das ist für mich die Lehre aus dem Buch. Aber wer wird es lesen und wer wird danach so denken wie ich. Die meisten denken eher kölnisch, es hat noch immer …

Stimmt aber nicht.

So kann die Kamera festhalten und sogar heute zeigen, was damals war, sogar das Lächeln der Henker, … aber ob die Bilder/Fotos wirken, liegt allein an uns.

 

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