Die Welt ist so böse wie die Medien es uns zeigen. Heute zeigt t-online ein Foto, auf dem ein 7jähriger Junge den abgeschlagenen Kopf eines Soldaten hochhält und direkt daneben sehen wir eine Werbung mit einer Wassermelone, die zum perfekten Partysnack werden soll.

So ist die Welt – ist so die Welt?

Welche Welt?

Im uvk Verlag ist das Magazin tv diskurs erschienen, das den Leitsatz hat „Verantwortung in audiovsieullen Medien“. Es geht um das Böse.

„Das Böse macht uns Angst! Doch statt ihm aus dem Weg zu gehen, konfrontieren wir uns in den Medien freiwillig damit und sind davon fasziniert und lassen uns damit unterhalten.“

Und so führt uns Alexander Grau durch unsere kulturellen Konstruktionen von Gut und Böse. Dann kommt er zu einem überraschend vernichtenden Urteil:

„Deshalb ist es auch unsinnig von der Banalität des Bösen zu sprechen, da auch diese Formulierung mit der Vergegenständlichung des Bösen spielt. Richtiger wäre es zu sagen: Es gibt das Böse nicht, es gibt aber Menschen, die Verbrechen begehen – und diese Menschen sind zumeist stinknormal.“

Da möchte man doch einwerfen, daß „Verbrechen“ eine Definitionsfrage sind und die Banalität des Bösen doch wohl eher unabhängig davon existiert. Insofern ist dieses Heft sehr interessant.

In einem anderen Artikel schreibt Hans-Ludwig Kröber „Das Böse ist der Preis der menschlichen Freiheit.“

Insgesamt ist hier ein Magazin mit einer Bandbreite an Themen erstellt worden, das als Einstieg in die Welt des Bösen in den Medien dienen kann.

Egal ob Kinderpornos, freiwillige Selbstkontrolle, Internetverhalten, fehlende Kontrollmöglichkeiten oder die Frage des menschlichen Charakters – in Theorie und Praxis werden viele Fragen angesprochen, die uns mit uns selbst und dem Bösen (oder dem nicht vorhandenen Bösen?) konfrontieren.

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So böse das Thema sein mag, so gut ist es in dem Magazin dargestellt worden.